Tigermücke wird in Tirol weiterhin überwacht

In den letzten Jahrzehnten sind invasive Mückenarten weltweit durch Warentransporte und Reisetätigkeiten verschleppt worden, wodurch sie sich seit den 1990er Jahren auch in Europa verbreiten. Dazu gehören die asiatische Busch- und die asiatische Tigermücke, ursprünglich in den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen lebende Stechmückenarten. Sie können Überträger von Krankheiten wie dem West-Nile-, Zika-, dem Chikungunya- und dem Dengue-Fieber sein, die vor allem in den Tropen und Subtropen vorkommen. Meist treten bei diesen Virenerkrankungen die Symptome einer Grippe auf. In einigen Fällen können neurologische Probleme hinzukommen.

Darum soll diesen Mückenarten so wenig Brutplätze wie möglich geboten werden, um eine dauerhafte Ansiedelung zu unterbinden. Wichtig ist es, auffällige Mücken zu beobachten und über die App „Mosquito-Alert“ zu melden.

Eingeschleppte Mücken sollten in der warmen Jahreszeit so wenig geeignete Brutplätze wie möglich vorfinden. Die Landessanitätsdirektion rät der Bevölkerung entlang der Hauptverkehrsrouten in Tirol (Inntalfurche Unterland und Pustertal) deshalb, kleine Wasseransammlungen in privaten Gärten, aber auch in öffentlichen Bereichen (z. B. Friedhöfen) zu vermeiden und gegebenenfalls zu beseitigen.

Verdachtsfälle an Tigermücken können über die kostenfreie App „Mosquito-Alert“ gemeldet und Fotos hochgeladen werden, die dann von ExpertInnen begutachtet werden.

Überwachungsprogramm der AGES und Uni Innsbruck

Um das Auftreten solcher Mückenarten zu erfassen, betreibt das Land Tirol seit 2016 ein Überwachungsprogramm, das 2022 in Kooperation mit der AGES und der Universität Innsbruck durchgeführt wird. Die Verbreitung der Insekten wird aus südlichen Ländern entlang der Autobahn durch Autoreisen und Transporte angenommen. Asiatische Tigermücken kommen sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten vor. Sie sind in Südtirol bereits bis in den Raum Bozen vertreten. Bei diesen Beständen konnten keine für den Menschen gefährlichen Viren nachgewiesen werden.

Wenige Vorkommnisse in Tirol

2016 wurden in Nordtirol zum erstmals Tigermückeneier an einem Autobahnrastplatz in Fahrtrichtung Norden entdeckt. 2017 und 2018 gab es im Unterinntal und in Osttirol eine Reihe von größeren Eiablagen und im Jahr 2021 konnte die Tigermücke an einer Stelle im Unterinntal nachgewiesen werden. Trotzdem ist derzeit nicht von einer dauerhaften Ansiedelung in Tirol auszugehen, aber die Verteilung der Fundorte sowie der Zeitpunkt des Auftretens schließen die Möglichkeit nicht aus.

 

 

Über die asiatische Tigermücke

Tigermücken legen ihre Eier bevorzugt in kleine Wasseransammlungen in Astlöchern, Blattachseln von Pflanzen, Bambusstumpfen oder Kokosnussschalen. In der städtischen Umgebung sind es meist verstopfte Regenrinnen, Gullys oder mit Wasser gefüllte Behälter wie Regentonnen, Blumenvasen, Pflanzenuntersetzer, Eimer, Dosen, Flaschen oder Gläser. Besonders attraktiv sind auch im Freien gelagerte Autoreifen. Die Eier können Trockenheits- und Kälteperioden trotzen, brauchen aber Wasser zur Entwicklung, die zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen dauert.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der AGES: www.ages.at/mensch/krankheit/infos-zu-gelsen-krankheiten

Tipps für die Bevölkerung für eine gemeinsame Vorsorgemaßnahme

Was kann jede/r Einzelne unternehmen, damit sich invasive Mückenarten nicht ansiedeln können?

  • Von April bis November jeden noch so kleinen Behälter, in dem sich Wasser sammeln kann, regelmäßig (mindestens einmal in der Woche) entleeren oder umkippen.
  • Planschbecken, Vogeltränken usw. mindestens einmal in der Woche ausleeren und austrocknen lassen.
  • Regentonnen dicht abdecken.
  • Dachrinnen auf Verstopfungen kontrollieren (stehendes Wasser vermeiden!).
  • Bieten Sie den Tigermücken keine wohnraumnahen Möglichkeiten für die Eiablage.
  • Melden Sie (mögliche) Tigermücken mit der „Mosquito-Alert“ App

Text: PICHLER Thomas